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Grüner Loop Hamburg-Horn – Landschaftsachse der Horner Geest mit Wiesen und Baumreihen

Blohms Park und Horner Moor – Natur, Geschichte und Zukunft in Hamburg-Horn

Blohms Park & Horner Moor in Hamburg-Horn: Geschichte seit dem 17. Jh., geschütztes Biotop, neues Gesundheitszentrum und der Grüne Loop.

Aktualisiert: ca. 12 Min. Lesezeit Lesezeit

In Hamburg-Horn liegen zwei historisch vielschichtige Freiräume: der Blohms Park auf dem erhöhten Geesthang und das Horner Moor in der südlich anschließenden Marsch. Beide Anlagen haben eine jahrhundertelange Entwicklung hinter sich und sind heute wichtig für Klimaschutz, Naturschutz und die Nachbarschaft. Dieser Guide geht durch ihre Geschichte, ihre ökologische Bedeutung und die aktuellen Entwicklungsvorhaben.

Was heute Park und Biotop ist, war vorher anderes: Sommerresidenz reicher Kaufmannsfamilien, öffentliche Badeanstalt der Weimarer Republik, danach geschütztes Biotop. Im Blohms Park entsteht gerade ein Gesundheitszentrum.

Die Topografie unterscheidet die beiden Orte: Der Blohms Park liegt auf dem erhöhten Geesthang, das Horner Moor in der südlich anschließenden, tiefer gelegenen Marsch. Diese landschaftliche Zweiteilung prägt Hamburg insgesamt, hier schafft sie auf engstem Raum sehr unterschiedliche ökologische Nischen.

Blohms Park Hamburg-Horn mit historischem Baumbestand und Parkanlage

Blohms Park: Ein Spiegelbild hanseatischer Gartenkunst

Der Blohms Park, heute eine öffentliche Grünanlage mit altem Baumbestand und vielfältigen Freizeitangeboten, blickt auf eine aristokratische und kaufmännische Vergangenheit zurück.

Frühe Besiedlung und die Vision des Philip Christoph de Hertoghe

Die urkundliche Geschichte des heutigen Parkgeländes reicht tief in das 17. Jahrhundert zurück. Eine erste Erwähnung im Grundbuch findet sich bereits für das Jahr 1600. Zu den frühesten bekannten Bewohnern zählte der einflussreiche Kaufmann und spätere Hamburger Bürgermeister Albert van Eitzen, der das Anwesen ab 1614 als idyllische Sommerresidenz nutzte. Im Januar 1630 verkaufte er das Grundstück an Hans de Hertoghe, den Patriarchen einer wohlhabenden, aus den Niederlanden stammenden Familie lutherischer Flüchtlinge.

Unter Philip Christoph de Hertoghe wurde das Anwesen um das Jahr 1745 aufwendig umgestaltet. Der Park war als Barockgarten angelegt; der Unterhalt kostete über 2.000 Reichsthaler jährlich, für damalige Verhältnisse eine sehr hohe Summe.

Im Zentrum der Anlage stand ein Palais im Wasser. Das Gebäude ruhte auf massiven steinernen Pfeilern inmitten eines ausgedehnten Karpfenteichs und konnte ausschließlich über eine eigens konstruierte Zugbrücke betreten werden. Dazu kamen weitere Bauwerke:

  • Eine Muschelgrotte, deren Wände lückenlos mit Perlen, Muscheln und Mineralien besetzt waren, belebt durch springende Fontänen.
  • Ein Orangerie-Haus von der Anmutung einer Kirche, täglich mit sechs großen Öfen beheizt, in dem exotische Pflanzen aus Afrika und Amerika standen.
  • Ein Tiergarten mit Rehen, Hirschen und Hasen sowie ein Vogelhaus mit asiatischen und amerikanischen Vögeln.

Nach dem Tod der letzten de Hertoghe-Witwe im Jahr 1763 endete die 133-jährige Präsenz der Familie in Horn. Der nachfolgende Eigentümer, der Hamburger Staatsrat Carl Friedrich Richardi, wandelte den Park in einen Ort des Gedenkens um und ließ 1781 und 1787 Denkmäler für bedeutende Persönlichkeiten wie Georg Philipp Telemann aufstellen.

Die Epoche der Familie Merck: Klassizismus und Botanik

Ein neues, prägendes Kapitel begann im Jahr 1816, als der Kaufmann und spätere Senator Heinrich Johann Merck das westlich angrenzende Grundstück erwarb. Er engagierte den Architekten Franz Gustav Forsmann, der um 1836 eine stattliche klassizistische Villa entwarf.

Merck teilte die botanische Leidenschaft seiner Vorgänger. Er etablierte auf dem Gelände Kakteensammlungen sowie spezialisierte Orchideen- und Dahlienzuchten. Sein fachlicher Einfluss war so weitreichend, dass eine Dahlienart offiziell als Dahlia merckii in die botanische Nomenklatur einging.

In dieser Periode pflanzte Merck auch einen Baum, der bis heute das grüne Erbe des Parks repräsentiert: Im Jahr 1817 ließ er ein bereits vorgezüchtetes Stieleichen-Bäumchen in den Boden setzen. Diese Eiche steht heute am Rande des Spielplatzes und hat einen Stammumfang von über viereinhalb Metern. Sie gilt als der älteste Baum im gesamten Stadtteil Horn und spendet dem Spielplatz Schatten.

Der eiserne Löwe

Direkt im Schatten der historischen Merck-Eiche ruht heute eine Skulptur, die bei vielen Besucher:innen Fragen aufwirft: der kauernde, gusseiserne Löwe. Seine Geschichte führt in den benachbarten Stadtteil Hamm und in den Zweiten Weltkrieg.

Die Ursprünge der Löwenplastik führen in das Jahr 1874. Nördlich des heutigen U-Bahnhofs Burgstraße in Hamm ließ der als „Guano-König“ bekannte Kaufmann Heinrich Freiherr von Ohlendorff (1836–1928) ein prächtiges Palais im Stil der Renaissance erbauen. Zwei massive Löwenplastiken flankierten die herrschaftliche Freitreppe.

Das Ohlendorff’sche Palais wurde im Juli 1943 durch alliierte Luftangriffe völlig zerstört. Als letzte „Säulen verschwundener Pracht“ überstanden nur die beiden gusseisernen Löwen die Angriffe. Während einer der Löwen später spurlos verschwand, wurde der verbliebene Löwe auf einem Rollbrett bis in den Blohms Park gezogen. Erst Anfang der 1960er Jahre positionierte man ihn an seinem heutigen Standort neben der alten Eiche.

Vom Jugend-Europa-Haus zum modernen Gesundheitszentrum

Die Nachkriegsgeschichte des Blohms Parks ist untrennbar mit dem Wiederaufbau sozialer Strukturen verbunden. Im Jahr 1950 wurde der „Verein Jugend-Europa-Haus“ ins Leben gerufen. Auf Anregung dänischer Kreise und mit finanzieller Unterstützung aus Skandinavien wurde ein norwegisches Holzhaus nach Hamburg verschifft und exakt auf den noch intakten Kellermauern der im Krieg zerstörten klassizistischen Blohm-Villa errichtet. Die feierliche Einweihung fand am 1. März 1951 statt.

Das Haus wurde schnell zu einem wichtigen Treffpunkt für Kinder und Jugendliche. Im Jahr 1966 gründete der Lokalhistoriker Gerd Rasquin hier den „Circus Blomi“ – den historisch ersten Kinderzirkus auf deutschem Boden.

Das neue „Haus im Blohms Park“

Gegenwärtig wird das Areal umgebaut. Unter der rechtlichen Ausgestaltung des Bebauungsplans „Horn 49“ entwickelt das Bezirksamt Hamburg-Mitte das Bestandsgebäude zu einem sozial integrativen Gesundheitszentrum weiter.

Die bauliche Umsetzung ist komplex: Während der historische Kernbereich des Gebäudes saniert wird, muss der funktional veraltete Westflügel abgebrochen und durch einen barrierefreien Neubau ersetzt werden. Für das Sondergebiet (SO „Gesundheit und Begegnung“) ist geplant:

  • eine Praxis ohne Grenzen, ehrenamtlich getragen, für geflüchtete Menschen und Personen ohne regulären Krankenversicherungsschutz,
  • eine Hebammenpraxis („Haus für Geburt und Gesundheit“) als Anlaufstelle für Geburtsvorbereitung und Nachsorge,
  • Räume für kommunales Gesundheitsmanagement: Vorträge, Bewegungskurse für Senior:innen, Yoga und Beratungsangebote des Jugendamtes,
  • ein offenes Café im Mittelbau auf rund 80 Quadratmetern mit großen Terrassen.

Als Kompensationsmaßnahme wird ein alter Betriebshof am nördlichen Rand des Parks (Beim Rauhen Hause 66) vollständig zurückgebaut und der Natur zurückgegeben.

Flora, Biodiversität und aktuelle Parkausstattung

Der Blohms Park verbindet heute historische Landschaftsarchitektur und moderne Naherholung. Die Biodiversität wird durch den Schutz des Altbaumbestandes gefördert. Neben der 1817 gepflanzten Eiche zieht vor allem die Hänge-Buche (Fagus sylvatica ‘Pendula’) botanisch Interessierte an. Sie ist 14 Meter hoch und hat einen Stammumfang von 4,15 Metern.

AusstattungselementDetails & Lage
WaldspielplatzNordöstlicher Bereich, Sandflächen, Röhrenrutsche, Klettergerüste, integriert in Altbaumbestand
Historische BaumbeständeStieleiche (1817, 4,5 m Umfang), Hänge-Buche (Fagus sylvatica ‘Pendula’, 14 m Höhe)
Erwachsenen-FreizeitFreilandschach, Tischtennisplatten, offizielle Grillzonen, Skatplätze
DenkmälerEiserner Löwe von 1874 (Nähe alte Eiche am Spielplatz)
WegeinfrastrukturTeilweise barrierefreie Hauptwege, unbefestigte Waldwege am Geesthang

Horner Moor Hamburg-Horn – geschütztes Biotop mit Moorteich und Schilfzone

Das Horner Moor: Vom Naturfreibad zur ökologischen Schutzzone

Verlässt man den schattigen Geesthang des Blohms Parks in südlicher Richtung und überquert die Horner Landstraße, eröffnet sich eine gänzlich andere Landschaftsform. Das Horner Moor ruht in der weiten Ebene der Marsch. Diese rund sechs Hektar große Grünanlage zeigt, wie stark menschliche Eingriffe urbane Gewässer und Biotope über Jahrhunderte formen und verändern können.

Geologische Ursprünge und menschliche Formgebung

Die geologische Grundstruktur des Horner Moors wurde vor über elftausend Jahren durch die Schmelzwasserströme der letzten Eiszeit geschaffen. Die zurückweichenden Gletscher hinterließen am Rand des Elbe-Urstromtals eine beständig feuchte, schlecht abfließende Senke.

Trotz dieser natürlichen Voraussetzungen ist der heutige, zentrale See des Horner Moors kein reines Naturphänomen. Historiker:innen gehen davon aus, dass die Dorfgemeinschaft um das Jahr 1780 im Zuge einer öffentlichen Verlosung der Gemeindeweide massiv in die Landschaft eingriff. Um die vernässten Flächen für die Landwirtschaft nutzbar zu machen, wurden am Südostrand riesige Erdmengen ausgehoben – Horns größter Teich, das „Horner Moor“, war geboren.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entdeckte man den wirtschaftlichen Nutzen des Gewässers. Der Teich wurde zur Fischzucht verpachtet. Im Jahr 1893 schenkte der damalige Grundeigentümer Saalfeld dem lokalen Gastwirt Ferdinand Langhein die ersten Fischbestände.

Die Badeanstalt 1908 bis 1980

Die bedeutendste Phase der gesellschaftlichen Nutzung erlebte das Horner Moor im frühen 20. Jahrhundert. Erst im Sommer 1908, nach Prüfungen der Wasserqualität durch die Gesundheitsbehörden, wurde der „Badeplatz Horner Moor“ eröffnet. Bereits in der ersten Saison kamen 91.000 Menschen an den See.

Die Stadt reagierte mit kontinuierlichen Aufwertungen: 1911 wurden neue Betriebsräume, eine Futtermauer und ein hölzerner Laufsteg mit Aussichtsturm errichtet. 1914 kam ein Drei-Meter-Sprungbrett auf einem Schwimmponton hinzu.

In der Weimarer Republik erreichte die Badeanstalt ihren Höhepunkt. Im Jahr 1920 dokumentierten die Kassenbücher den absoluten Rekord von 220.800 Besucher:innen. Das Baden erfolgte dabei streng nach Geschlechtern getrennt – lediglich der Sonntag war als „Familienbadetag“ deklariert.

Der endgültige Niedergang begann Mitte der 1970er Jahre. Der Bau moderner, beheizter Erlebnisbäder – allen voran des Aschbergbads im benachbarten Hamm – entzog dem kühlen Moorwasser die Badegäste. Das Bezirksamt beschloss die Schließung nach der Badesaison 1980 und besiegelte sie offiziell im April 1981. Heute erinnern nur noch Fragmente der steinernen Umgrenzungsmauer an die Epoche als „Horner Riviera“.

Das Horner Moor heute: ein geschütztes Biotop

Mit dem Rückzug des intensiven Badebetriebs eroberte sich die Natur den Raum zurück. Heute ist der See im Horner Moor als rechtlich geschütztes Biotop klassifiziert und ein wichtiger ökologischer Trittstein in der Stadtlandschaft. Die BUKEA führt das Gebiet als bedeutenden Bestandteil des „Grünen Netzes“ Hamburg.

Die lehmig-schluffigen, anmoorigen Böden halten Wasser gut und sind nährstoffreich. Das ermöglicht die Existenz hochspezialisierter Pflanzen- und Tiergesellschaften.

Periodisch trockenfallende Uferzonen und ungestörte Waldtümpel machen das Moor zu einem idealen Laichgewässer für Amphibien:

  • Der streng geschützte Moorfrosch (Rana arvalis), dessen Männchen sich zur Paarungszeit intensiv blau färben, findet hier letzte urbane Refugien.
  • Ausgedehnte Wanderungsbewegungen von Erdkröten (Bufo bufo) und Grasfröschen (Rana temporaria) durchziehen das Gebiet im Frühjahr.
  • Der Teichmolch (Lissotriton vulgaris) wurde durch den systematischen Nachweis von Larven in den Randbereichen bestätigt.

Die dichten, schilfbewachsenen Uferzonen und der von alten Bäumen dominierte Randbereich ziehen eine vielfältige Vogelwelt an:

  • Der Eisvogel (Alcedo atthis), in der FFH-Richtlinie als streng geschützt gelistet, nutzt das fischreiche Gewässer regelmäßig als Jagdrevier.
  • In den Wipfeln der alten Platanen, Kiefern und Lärchen nisten seltene Gehölzbrüter wie der Grünspecht (Picus viridis), der Sperber (Accipiter nisus) und der Kuckuck (Cuculus canorus).
  • Der Fitis (Phylloscopus trochilus) und der Grauschnäpper (Muscicapa striata), beide auf der Vorwarnliste der bedrohten Arten in Hamburg, finden in den ungestörten Heckenstrukturen gute Brutbedingungen.

Die Flora ist geprägt durch feuchtigkeitsliebende Arten. Botaniker:innen verzeichnen Vorkommen von Torfmoosen (Sphagnum) und Wollgras (Eriophorum) in den am stärksten vernässten Senken. Der Altbaumbestand aus Robinien, Ginkgos, Lärchen und Erlen wird in der Krautschicht von Kriechendem Günsel und Storchschnabel ergänzt.

ArtengruppeWissenschaftlicher NameSchutzstatus / Besonderheit
AmphibienRana arvalis (Moorfrosch)streng geschützt (Rote Liste HH)
AmphibienLissotriton vulgaris (Teichmolch)Larvennachweis in Schilfzonen
AmphibienBufo bufo (Erdkröte)dokumentierte Wanderrouten
VögelAlcedo atthis (Eisvogel)FFH-Art, streng geschützt
VögelPicus viridis (Grünspecht)streng geschützt
FloraSphagnum (Torfmoos)anmooriger Bioindikator

Freizeit, Sport und das Spielhaus Horner Landstraße

Trotz des strikten Biotopschutzes im Zentrum des Areals bleibt das Horner Moor ein wichtiger Raum für aktive Naherholung. Die Randbereiche des rund sechs Hektar großen Parks – insbesondere die weitläufigen Rasenflächen südlich der Horner Landstraße und östlich der Bergedorfer Straße (B5) – sind für Sport, Picknick und Erholung freigegeben.

Ein zentraler Anlaufpunkt für Familien ist das „Spielhaus Horner Landstraße“ (Horner Landstraße 246a). Betrieben durch die Max und Moritz Jugendhilfe e.V., bietet diese Einrichtung einen offenen, kostenlosen Treffpunkt für Kinder und Eltern. Zur Ausstattung gehören eine integrierte Turnhalle und ein eigener Garten. Fachpädagogisches Personal organisiert ohne Voranmeldung regelmäßige Gruppenangebote, zum Beispiel psychomotorisches Turnen für Kleinkinder und pädagogisch begleitete Projekte zur gesunden Ernährung.

Die Landschaftsachse Horner Geest: Ein neun Kilometer langer Korridor

Der Blohms Park und das Horner Moor sind Bausteine eines größeren städtebaulichen und ökologischen Masterplans: der „Landschaftsachse Horner Geest“. Diese rund neun Kilometer lange Grünverbindung erstreckt sich vom Hamburger Hauptbahnhof in östlicher Richtung bis zum Öjendorfer See und ist einer der Hauptkorridore des „Hamburger Grünen Netzes“.

Im Rahmen des Rahmenplans „Horner Geest 2040“ werden die Parks massiv aufgewertet. Ein Kernprojekt ist die Installation des Bewegungsparcours „Fit for Geest“, der überwiegend aus natürlichen Materialien besteht und sich organisch in die vorhandenen Gehölzstrukturen einfügt. Das Horner Moor profitiert insbesondere von der geplanten Aufwertung des angrenzenden Fokusraums „Park am Moorgrundteich“.

Praktische Freizeittipps und Infrastruktur

Anfahrt mit dem ÖPNV (HVV)

Beide Parks profitieren von der dichten Taktung des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) und liegen nur wenige Gehminuten voneinander entfernt.

VerkehrsmittelLinienRelevante HaltestellenErreichbarkeit
U-BahnU2, U4Horner Rennbahn, Rauhes HausCa. 5–10 Min. Fußweg zu beiden Parks
Bus261, 160Horner Rampe, Horner Rennbahn, Am Horner MoorDirekter Zugang zu den Eingängen an der Horner Landstraße

Fahrrad und PKW

Die Einbindung der Parks in die „Landschaftsachse Horner Geest“ macht die Anreise mit dem Fahrrad über den „Grünen Loop“ besonders attraktiv. Am Eingangsbereich des zukünftigen „Hauses im Blohms Park“ sind moderne Fahrradabstellplätze in Planung.

Aufgrund der dichten Wohnbebauung und der U4-Baustellen ist die Parkplatzsuche für PKW in den umliegenden Straßen oft schwierig. Das nahegelegene Parkhaus am Einkaufszentrum Horner Rennbahn bietet über 180 Parkplätze (teils kostenfrei für Kunden).

Meine politische Einordnung

Als Bezirkspolitikerin in Hamburg-Mitte betrachte ich Grünanlagen wie den Blohms Park und das Horner Moor nicht als stadtplanerische Restflächen, sondern als demokratische Infrastruktur. Parks sind die gemeinsamen „Wohnzimmer“ unserer Stadtgesellschaft: Räume, in denen sich jeder Mensch unabhängig von Geldbeutel oder Herkunft erholen, abkühlen und andere treffen kann.

In meiner Arbeit im KUS-Ausschuss (Klimaschutz, Umwelt, Stadtnatur) kämpfe ich mit Nachdruck dafür, dass der Schutz dieser Flächen unverhandelbar bleibt. Wir stehen im Bezirk Hamburg-Mitte vor enormen Herausforderungen: Der dringend notwendige Ausbau des ÖPNV sowie die Schaffung von neuem Wohnraum erzeugen einen immensen Flächendruck auf unsere Quartiere. Diese Verdichtung darf jedoch niemals auf Kosten unserer „grünen Lungen“ gehen.

Die Konsequenzen dieses Drucks sehen wir täglich vor Ort: Autos, die mangels Parkplätzen illegal auf Grünflächen abgestellt werden, verdichten den Boden und gefährden das Überleben unserer historischen Baumbestände. Der KUS-Ausschuss und der Regionalausschuss setzen sich daher für die Installation robuster Baumschutzbügel an hochsensiblen Standorten ein – etwa am östlichen Teil des Horner Moors oder an der Dannerallee.

Das Projekt „Haus im Blohms Park“ zeigt, wie Soziales und Ökologie zusammen gelingen können. Die Umwandlung des ehemaligen Jugend-Europa-Hauses in ein Gesundheitszentrum mit einer Praxis ohne Grenzen stärkt den sozialen Zusammenhalt im Viertel. Der vertraglich zugesicherte Ausgleich – der Rückbau eines alten Betriebshofs zur Vergrößerung der Grünfläche – ist ein entscheidender grüner Erfolg in diesem Projektvorhaben.

Verwurzelt in Horn, trage ich die Verantwortung für ganz Mitte. Politik muss die Lebensgrundlagen schützen, damit die Menschen vor Ort direkt von den getroffenen Entscheidungen profitieren.

Parks, Klimaschutz und Natur in Hamburg-Horn: Natur, Parks und Klimaanpassung in Hamburg-Horn · Klimaanpassung Hamburg-Horn

Meine politische Arbeit für Stadtnatur und Grünflächen: Stadtnatur & Grünflächen →

Häufige Fragen

Woher stammt der steinerne Löwe im Blohms Park?
Der gusseiserne Löwe bewachte ursprünglich ab 1874 die Freitreppe des Ohlendorff'schen Palais im benachbarten Hamburg-Hamm. Nach der völligen Zerstörung des Gebäudes durch Luftangriffe im Juli 1943 wurde die Skulptur gerettet und fand nach einem Zwischenstopp im Hammer Park in den 1960er Jahren ihren heutigen Platz neben der alten Eiche im Blohms Park.
Darf man im Horner Moor noch baden?
Nein. Die historische Badeanstalt, die in den 1920er Jahren in der Spitze über 220.000 Besucher:innen jährlich anzog, wurde aufgrund der wachsenden Konkurrenz durch moderne Erlebnisbäder nach der Saison 1980 endgültig geschlossen. Der See ist heute das Zentrum eines geschützten Biotops und dient ausschließlich der Naturbeobachtung.
Welche seltenen Tierarten leben im Horner Moor?
Das Gebiet bietet durch seine anmoorigen Böden Lebensraum für zahlreiche bedrohte Arten. Bei tierökologischen Gutachten wurden unter anderem der streng geschützte Moorfrosch (Rana arvalis), Erdkröten, Teichmolche sowie Vogelarten wie der Eisvogel (Alcedo atthis), Sperber, Grünspechte und der Fitis nachgewiesen.
Ist der Blohms Park barrierefrei zugänglich?
Die breiten Hauptwege im Blohms Park sind gut befestigt und für Rollstühle sowie Kinderwagen grundsätzlich geeignet. Da der Park am steilen Geesthang liegt, weisen einige Waldwege an den Rändern ein deutliches Gefälle auf. Eine kontinuierliche Verbesserung der Wegeinfrastruktur, auch im Rahmen des Umbaus zum Gesundheitszentrum, wird politisch begleitet.
Was ist das „Haus im Blohms Park“?
Das ehemalige Jugend-Europa-Haus aus den 1950er Jahren – erbaut auf den Ruinen einer klassizistischen Villa – wird im Rahmen des Bebauungsplans Horn 49 zu einem modernen Gesundheitszentrum umgebaut. Geplant sind eine Praxis ohne Grenzen für Nicht-Krankenversicherte, eine Hebammenpraxis sowie ein offenes Café mit Terrassen für die Nachbarschaft.

Quellen

Deine Ansprechpartnerin

Ich bin Stephanie Wittern –
deine Grünenpolitikerin für Hamburg-Mitte.

Fragen zu diesem Thema oder zu Bezirkspolitik in Hamburg-Mitte? Ich freue mich über deine Nachricht und stehe für Rückfragen gern zur Verfügung.