Blohms Park und Horner Moor – Natur, Geschichte und Zukunft in Hamburg-Horn
Blohms Park & Horner Moor in Hamburg-Horn: Geschichte seit dem 17. Jh., geschütztes Biotop, neues Gesundheitszentrum und der Grüne Loop.
Im Herzen von Hamburg-Horn liegen zwei der historisch vielschichtigsten Freiräume der Hansestadt: der Blohms Park auf dem erhöhten Geesthang und das Horner Moor in der südlich anschließenden Marsch. Beide Anlagen sind lebendige Zeugen einer jahrhundertelangen Entwicklung – und heute systemrelevante Infrastruktur für Klimaschutz, Naturschutz und sozialen Zusammenhalt. Dieser Guide beleuchtet ihre Geschichte, ihre ökologische Bedeutung und die aktuellen Entwicklungsvorhaben.
Die grünen Lungen des Hamburger Ostens: Eine Einführung
Wenn urbane Räume wachsen und sich verdichten, gewinnen historische Parkanlagen eine unvergleichliche Bedeutung für das städtische Mikroklima und die Lebensqualität der Anwohnenden. Im Herzen des Hamburger Ostens, eingebettet in die dynamische Struktur des Stadtteils Horn, liegen zwei der faszinierendsten Freiräume der gesamten Hansestadt: Der Blohms Park und das Horner Moor.
Beide Anlagen sind weitaus mehr als bloße Abstandsgrünflächen zwischen Wohnquartieren. Sie sind lebendige Zeugen einer jahrhundertelangen Entwicklung, die von herrschaftlichen Sommerresidenzen reicher Kaufmannsfamilien über pulsierende öffentliche Badeanstalten der Weimarer Republik bis hin zu streng geschützten Biotopen und modernen Gesundheitszentren der Gegenwart reicht.
Die topografische Besonderheit dieser Orte – der Blohms Park erstreckt sich majestätisch auf dem erhöhten Geesthang, während das Horner Moor in der südlich anschließenden, tiefer gelegenen Marsch ruht – spiegelt die landschaftliche Zweiteilung Hamburgs im Kleinen wider und schafft völlig unterschiedliche ökologische Nischen auf engstem Raum.

Blohms Park: Ein Spiegelbild hanseatischer Gartenkunst
Der Blohms Park, heute eine geschätzte öffentliche Grünanlage mit altem Baumbestand und vielfältigen Freizeitangeboten, blickt auf eine aristokratische und kaufmännische Vergangenheit zurück, die in Hamburg ihresgleichen sucht.
Frühe Besiedlung und die Vision des Philip Christoph de Hertoghe
Die urkundliche Geschichte des heutigen Parkgeländes reicht tief in das 17. Jahrhundert zurück. Eine erste Erwähnung im Grundbuch findet sich bereits für das Jahr 1600. Zu den frühesten bekannten Bewohnern zählte der einflussreiche Kaufmann und spätere Hamburger Bürgermeister Albert van Eitzen, der das Anwesen ab 1614 als idyllische Sommerresidenz nutzte. Im Januar 1630 veräußerte er das Grundstück an Hans de Hertoghe, den Patriarchen einer wohlhabenden, aus den Niederlanden stammenden Familie lutherischer Flüchtlinge.
Unter der Ägide von Philip Christoph de Hertoghe erfuhr das Anwesen um das Jahr 1745 eine beispiellose landschaftsarchitektonische Aufwertung. Der Park glich einer barocken Märchenlandschaft, deren Unterhaltskosten sich auf die für damalige Verhältnisse astronomische Summe von über 2.000 Reichsthalern jährlich beliefen.
Im Zentrum der Anlage thronte ein prachtvolles Palais im Wasser. Das Gebäude ruhte auf massiven steinernen Pfeilern inmitten eines ausgedehnten Karpfenteichs und konnte ausschließlich über eine eigens konstruierte Zugbrücke betreten werden. Die botanischen und gestalterischen Ambitionen der Familie de Hertoghe manifestierten sich in weiteren außergewöhnlichen Bauwerken:
- Die Muschelgrotte: Eine aufwendig errichtete Grotte, deren Wände lückenlos mit Perlen, Muscheln und Mineralien besetzt waren – belebt durch springende Fontänen.
- Das Orangerie-Haus: Von der Anmutung einer Kirche, täglich mit sechs großen Öfen beheizt, beherbergte es exotische Pflanzen aus Afrika und Amerika.
- Der Tiergarten: Ein weitläufiges Gehege mit Rehen, Hirschen und Hasen sowie ein Vogelhaus mit asiatischen und amerikanischen Vögeln.
Nach dem Ableben der letzten de Hertoghe-Witwe im Jahr 1763 endete die 133-jährige Präsenz der Familie in Horn. Der nachfolgende Eigentümer, der Hamburger Staatsrat Carl Friedrich Richardi, wandelte den Park in einen Ort des Gedenkens um und ließ 1781 und 1787 Denkmäler für bedeutende Persönlichkeiten wie Georg Philipp Telemann aufstellen.
Die Epoche der Familie Merck: Klassizismus und Botanik
Ein neues, prägendes Kapitel begann im Jahr 1816, als der Kaufmann und spätere Senator Heinrich Johann Merck das westlich angrenzende Grundstück erwarb. Er engagierte den Architekten Franz Gustav Forsmann, der um 1836 eine stattliche klassizistische Villa entwarf.
Merck teilte die botanische Leidenschaft seiner Vorgänger. Er etablierte auf dem Gelände Kakteensammlungen sowie spezialisierte Orchideen- und Dahlienzuchten. Sein fachlicher Einfluss war so weitreichend, dass eine neu kultivierte Dahlienart offiziell als Dahlia merkii in die botanische Nomenklatur einging.
In dieser Periode pflanzte Merck auch einen Baum, der bis heute das grüne Erbe des Parks repräsentiert: Im Jahr 1817 ließ er ein bereits vorgezüchtetes Stieleichen-Bäumchen in den Boden setzen. Diese Eiche steht noch heute majestätisch am Rande des Spielplatzes und verzeichnet einen massiven Stammumfang von über viereinhalb Metern. Sie gilt als der älteste Baum im gesamten Stadtteil Horn und ist ein unverzichtbarer Schattenspender sowie ein lebendiges Naturdenkmal.
Der Eiserne Löwe: Ein Symbol hanseatischer Zerstörung und Wiedergeburt
Direkt im Schatten der historischen Merck-Eiche ruht heute eine Skulptur, die bei vielen Besucher:innen Fragen aufwirft: der kauernde, gusseiserne Löwe. Die Geschichte dieses Raubtiers ist tief mit den Wunden des Zweiten Weltkriegs und dem benachbarten Stadtteil Hamm verwoben.
Die Ursprünge der Löwenplastik führen in das Jahr 1874. Nördlich des heutigen U-Bahnhofs Burgstraße in Hamm ließ der als „Guano-König” bekannte Kaufmann Heinrich Freiherr von Ohlendorff (1836–1928) ein prächtiges Palais im Stil der Renaissance erbauen. Zwei massive Löwenplastiken flankierten die herrschaftliche Freitreppe.
Diese architektonische Pracht endete abrupt in den Feuerstürmen des Juli 1943. Das Ohlendorff’sche Palais wurde durch alliierte Luftangriffe völlig in Trümmer gelegt. Als letzte „Säulen verschwundener Pracht” überstanden nur die beiden gusseisernen Löwen das Inferno. Während einer der Löwen später spurlos verschwand, wurde der verbliebene Löwe auf einem Rollbrett bis in den Blohms Park gezogen. Erst Anfang der 1960er Jahre positionierte man ihn an seinem heutigen Standort neben der alten Eiche – als Mahnung an die Vergänglichkeit von Reichtum und die zerstörerische Kraft des Krieges.
Vom Jugend-Europa-Haus zum modernen Gesundheitszentrum
Die Nachkriegsgeschichte des Blohms Parks ist untrennbar mit dem Wiederaufbau sozialer Strukturen verbunden. Im Jahr 1950 wurde der „Verein Jugend-Europa-Haus” ins Leben gerufen. Auf Anregung dänischer Kreise und mit finanzieller Unterstützung aus Skandinavien wurde ein norwegisches Holzhaus nach Hamburg verschifft und exakt auf den noch intakten Kellermauern der im Krieg zerstörten klassizistischen Blohm-Villa errichtet. Die feierliche Einweihung fand am 1. März 1951 statt.
Das Haus etablierte sich schnell als essenzieller Treffpunkt für Kinder und Jugendliche. Im Jahr 1966 gründete der Lokalhistoriker Gerd Rasquin hier den „Circus Blomi” – den historisch ersten Kinderzirkus auf deutschem Boden.
Stadtplanung der Zukunft: Das neue „Haus im Blohms Park”
Gegenwärtig durchläuft das geschichtsträchtige Areal die wichtigste Transformation der letzten Jahrzehnte. Unter der rechtlichen Ausgestaltung des Bebauungsplans „Horn 49” entwickelt das Bezirksamt Hamburg-Mitte das Bestandsgebäude zu einem hochmodernen, sozial integrativen Gesundheitszentrum weiter.
Die bauliche Umsetzung ist komplex: Während der historische Kernbereich des Gebäudes saniert wird, muss der funktional veraltete Westflügel abgebrochen und durch einen barrierefreien Neubau ersetzt werden. Die geplante Nutzung des Sondergebiets (SO „Gesundheit und Begegnung”) ist zukunftsweisend:
- Praxis ohne Grenzen: Eine ehrenamtlich getragene medizinische Einrichtung für geflüchtete Menschen und Personen ohne regulären Krankenversicherungsschutz.
- Hebammenpraxis („Haus der Geburt”): Eine dedizierte Anlaufstelle für Geburtsvorbereitung und Nachsorge.
- Kommunales Gesundheitsmanagement: Räumlichkeiten für Vorträge, Bewegungskurse für Senior:innen, Yoga und Beratungsangebote des Jugendamtes.
- Offenes Café: Im Mittelbau des Gebäudes ist eine gastronomische Nutzung auf rund 80 Quadratmetern mit großzügigen Terrassen geplant.
Als Kompensationsmaßnahme wird ein alter Betriebshof am nördlichen Rand des Parks (Beim Rauhen Hause 66) vollständig zurückgebaut und der Natur zurückgegeben.
Flora, Biodiversität und aktuelle Parkausstattung
Der Blohms Park ist heute ein harmonisches Bindeglied zwischen historischer Landschaftsarchitektur und moderner Naherholung. Die Biodiversität wird durch den Schutz des Altbaumbestandes gefördert. Neben der prächtigen, 1817 gepflanzten Eiche zieht vor allem die Hänge-Buche (Fagus sylvatica ‘Pendula’) botanisch Interessierte an. Dieser Baumveteran weist eine Höhe von 14 Metern und einen Stammumfang von 4,15 Metern auf.
| Ausstattungselement | Details & Lage |
|---|---|
| Waldspielplatz | Nordöstlicher Bereich, Sandflächen, Röhrenrutsche, Klettergerüste, integriert in Altbaumbestand |
| Historische Baumbestände | Stieleiche (1817, 4,5 m Umfang), Hänge-Buche (Fagus sylvatica ‘Pendula’, 14 m Höhe) |
| Erwachsenen-Freizeit | Freilandschach, Tischtennisplatten, offizielle Grillzonen, Skatplätze |
| Denkmäler | Eiserner Löwe von 1874 (Nähe alte Eiche am Spielplatz) |
| Wegeinfrastruktur | Teilweise barrierefreie Hauptwege, unbefestigte Waldwege am Geesthang |

Das Horner Moor: Vom Naturfreibad zur ökologischen Schutzzone
Verlässt man den schattigen Geesthang des Blohms Parks in südlicher Richtung und überquert die Horner Landstraße, eröffnet sich eine gänzlich andere Landschaftsform. Das Horner Moor ruht in der weiten Ebene der Marsch. Diese rund sechs Hektar große Grünanlage ist ein Paradebeispiel dafür, wie stark menschliche Eingriffe urbane Gewässer und Biotope über Jahrhunderte formen und verändern können.
Geologische Ursprünge und menschliche Formgebung
Die geologische Grundstruktur des Horner Moors wurde vor über elftausend Jahren durch die Schmelzwasserströme der letzten Eiszeit geschaffen. Die zurückweichenden Gletscher hinterließen am Rand des Elbe-Urstromtals eine beständig feuchte, schlecht abfließende Senke.
Trotz dieser natürlichen Voraussetzungen ist der heutige, zentrale See des Horner Moors kein reines Naturphänomen. Historiker:innen gehen davon aus, dass die Dorfgemeinschaft um das Jahr 1780 im Zuge einer öffentlichen Verlosung der Gemeindeweide massiv in die Landschaft eingriff. Um die vernässten Flächen für die Landwirtschaft nutzbar zu machen, wurden am Südostrand riesige Erdmengen ausgehoben – Horns größter Teich, das „Horner Moor”, war geboren.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entdeckte man den wirtschaftlichen Nutzen des Gewässers. Der Teich wurde zur Fischzucht verpachtet. Im Jahr 1893 schenkte der damalige Grundeigentümer Saalfeld dem lokalen Gastwirt Ferdinand Langhein die ersten Fischbestände.
Die goldene Ära der öffentlichen Badeanstalt
Die bedeutendste Phase der gesellschaftlichen Nutzung erlebte das Horner Moor im frühen 20. Jahrhundert. Erst im Sommer 1908, nach Prüfungen der Wasserqualität durch die Gesundheitsbehörden, wurde der „Badeplatz Horner Moor” feierlich eröffnet. Der Erfolg übertraf alle Erwartungen: Bereits in der ersten Saison strömten 91.000 erholungssuchende Menschen an den See.
Die Stadt reagierte mit kontinuierlichen Aufwertungen: 1911 wurden neue Betriebsräume, eine Futtermauer und ein hölzerner Laufsteg mit Aussichtsturm errichtet. 1914 kam ein Drei-Meter-Sprungbrett auf einem Schwimmponton hinzu.
In der Weimarer Republik erreichte die Badeanstalt ihren Höhepunkt. Im Jahr 1920 dokumentierten die Kassenbücher den absoluten Rekord von 220.800 Besucher:innen. Das Baden erfolgte dabei streng nach Geschlechtern getrennt – lediglich der Sonntag war als „Familienbadetag” deklariert.
Der endgültige Niedergang begann Mitte der 1970er Jahre. Der Bau moderner, beheizter Erlebnisbäder – allen voran des Aschbergbads im benachbarten Hamm – entzog dem kühlen Moorwasser die Badegäste. Das Bezirksamt beschloss die Schließung nach der Badesaison 1980 und besiegelte sie offiziell im April 1981. Heute erinnern nur noch Fragmente der steinernen Umgrenzungsmauer an die Epoche als „Horner Riviera”.
Das Horner Moor heute: Ein geschütztes Biotop hoher Güte
Mit dem Rückzug des intensiven Badebetriebs eroberte sich die Natur den Raum zurück. Heute ist der See im Horner Moor als rechtlich geschütztes Biotop klassifiziert und dient als essenzieller ökologischer Trittstein innerhalb der Stadtlandschaft. Die BUKEA führt das Gebiet als bedeutenden Bestandteil des „Grünen Netzes” Hamburg.
Die lehmig-schluffigen, anmoorigen Böden zeichnen sich durch eine exzellente Wasserhaltefähigkeit und Nährstoffversorgung aus. Dies ermöglicht die Existenz hochspezialisierter Pflanzen- und Tiergesellschaften.
Die Amphibienpopulation: Periodisch trockenfallende Uferzonen und ungestörte Waldtümpel machen das Moor zu einem idealen Laichgewässer:
- Der streng geschützte Moorfrosch (Rana arvalis), dessen Männchen sich zur Paarungszeit intensiv blau färben, findet hier letzte urbane Refugien.
- Ausgedehnte Wanderungsbewegungen von Erdkröten (Bufo bufo) und Grasfröschen (Rana temporaria) durchziehen das Gebiet im Frühjahr.
- Der Teichmolch (Lissotriton vulgaris) wurde durch den systematischen Nachweis von Larven in den Randbereichen bestätigt.
Die Avifauna (Vogelwelt): Die dichten, schilfbewachsenen Uferzonen und der von alten Bäumen dominierte Randbereich sind ein Magnet für eine diverse Vogelwelt:
- Der Eisvogel (Alcedo atthis), in der FFH-Richtlinie als streng geschützt gelistet, nutzt das fischreiche Gewässer regelmäßig als Jagdrevier.
- In den Wipfeln der alten Platanen, Kiefern und Lärchen nisten seltene Gehölzbrüter wie der Grünspecht (Picus viridis), der Sperber (Accipiter nisus) und der Kuckuck (Cuculus canorus).
- Der Fitis (Phylloscopus trochilus) und der Grauschnäpper (Muscicapa striata), beide auf der Vorwarnliste der bedrohten Arten in Hamburg, finden in den ungestörten Heckenstrukturen ideale Brutbedingungen.
Botanische Struktur: Die Flora ist geprägt durch feuchtigkeitsliebende Arten. Botaniker:innen verzeichnen Vorkommen von Torfmoosen (Sphagnum) und Wollgras (Eriophorum) in den am stärksten vernässten Senken. Der Altbaumbestand aus Robinien, Ginkgos, Lärchen und Erlen wird in der Krautschicht von Kriechendem Günsel und Storchschnabel ergänzt.
| Artengruppe | Wissenschaftlicher Name | Schutzstatus / Besonderheit |
|---|---|---|
| Amphibien | Rana arvalis (Moorfrosch) | streng geschützt (Rote Liste HH) |
| Amphibien | Lissotriton vulgaris (Teichmolch) | Larvennachweis in Schilfzonen |
| Amphibien | Bufo bufo (Erdkröte) | dokumentierte Wanderrouten |
| Vögel | Alcedo atthis (Eisvogel) | FFH-Art, streng geschützt |
| Vögel | Picus viridis (Grünspecht) | streng geschützt |
| Flora | Sphagnum (Torfmoos) | anmooriger Bioindikator |
Freizeit, Sport und das Spielhaus Horner Landstraße
Trotz des strikten Biotopschutzes im Zentrum des Areals bleibt das Horner Moor ein essenzieller Raum für aktive Naherholung. Die Randbereiche des rund sechs Hektar großen Parks – insbesondere die weitläufigen Rasenflächen südlich der Horner Landstraße und östlich der Bergedorfer Straße (B5) – sind für Sport, Picknick und Erholung freigegeben.
Ein zentraler Anlaufpunkt für Familien ist das „Spielhaus Horner Landstraße” (Horner Landstraße 246a). Betrieben durch die Max und Moritz Jugendhilfe e.V., bietet diese Einrichtung einen offenen, kostenlosen Treffpunkt für Kinder und Eltern. Zur Ausstattung gehören eine integrierte Turnhalle und ein eigener Garten. Fachpädagogisches Personal organisiert ohne Voranmeldungszwang regelmäßige Gruppenangebote – von psychomotorischem Turnen für Kleinkinder bis hin zu pädagogisch begleiteten Projekten zur gesunden Ernährung.
Die Landschaftsachse Horner Geest: Ein neun Kilometer langer Korridor
Der Blohms Park und das Horner Moor sind keine isolierten Inseln, sondern fundamentale Bausteine eines weitaus größeren städtebaulichen und ökologischen Masterplans: der „Landschaftsachse Horner Geest”. Diese über zehn Kilometer lange Grünverbindung erstreckt sich vom Hamburger Hauptbahnhof in östlicher Richtung bis zum Öjendorfer See und fungiert als einer der Hauptkorridore des „Hamburger Grünen Netzes”.
Im Rahmen des Rahmenplans „Horner Geest 2040” werden die Parks massiv aufgewertet. Ein Kernprojekt ist die Installation des Bewegungsparcours „Fit for Geest”, der überwiegend aus natürlichen Materialien besteht und sich organisch in die vorhandenen Gehölzstrukturen einfügt. Das Horner Moor profitiert insbesondere von der geplanten Aufwertung des angrenzenden Fokusraums „Park am Moorgrundteich”.
Praktische Freizeittipps und Infrastruktur
Anfahrt mit dem ÖPNV (HVV)
Beide Parks profitieren von der dichten Taktung des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) und liegen nur wenige Gehminuten voneinander entfernt.
| Verkehrsmittel | Linien | Relevante Haltestellen | Erreichbarkeit |
|---|---|---|---|
| U-Bahn | U2, U4 | Horner Rennbahn, Rauhes Haus | Ca. 5–10 Min. Fußweg zu beiden Parks |
| Bus | 261, 160 | Horner Rampe, Horner Rennbahn, Am Horner Moor | Direkter Zugang zu den Eingängen an der Horner Landstraße |
Fahrrad und PKW
Die Einbindung der Parks in die „Landschaftsachse Horner Geest” macht die Anreise mit dem Fahrrad über den „Grünen Loop” besonders attraktiv. Am Eingangsbereich des zukünftigen „Hauses im Blohms Park” sind moderne Fahrradabstellplätze in Planung.
Aufgrund der dichten Wohnbebauung und der U4-Baustellen ist die Parkplatzsuche für PKW in den umliegenden Straßen oft schwierig. Das nahegelegene Parkhaus am Einkaufszentrum Horner Rennbahn bietet über 180 Parkplätze (teils kostenfrei für Kunden).
Meine politische Einordnung
Als Bezirkspolitikerin in Hamburg-Mitte betrachte ich Grünanlagen wie den Blohms Park und das Horner Moor nicht als stadtplanerische Restflächen, sondern als systemrelevante, demokratische Infrastruktur. Parks fungieren als die gemeinsamen „Wohnzimmer” unserer Stadtgesellschaft – Räume, die jedem Menschen, unabhängig von Geldbeutel oder Herkunft, Erholung, Abkühlung und soziale Teilhabe bieten.
In meiner Arbeit im KUS-Ausschuss (Klimaschutz, Umwelt, Stadtnatur) kämpfe ich mit Nachdruck dafür, dass der Schutz dieser Flächen unverhandelbar bleibt. Wir stehen im Bezirk Hamburg-Mitte vor enormen Herausforderungen: Der dringend notwendige Ausbau des ÖPNV sowie die Schaffung von neuem Wohnraum erzeugen einen immensen Flächendruck auf unsere Quartiere. Diese Verdichtung darf jedoch niemals auf Kosten unserer „grünen Lungen” gehen.
Die Konsequenzen dieses Drucks sehen wir täglich vor Ort: Autos, die mangels Parkplätzen illegal auf Grünflächen abgestellt werden, verdichten den Boden und gefährden das Überleben unserer historischen Baumbestände. Der KUS-Ausschuss und der Regionalausschuss setzen sich daher für die Installation robuster Baumschutzbügel an hochsensiblen Standorten ein – etwa am östlichen Teil des Horner Moors oder an der Dannerallee.
Das Projekt „Haus im Blohms Park” beweist, wie Soziales und Ökologie miteinander gelingen können. Die Umwandlung des ehemaligen Jugend-Europa-Hauses in ein Gesundheitszentrum mit einer Praxis ohne Grenzen stärkt den sozialen Zusammenhalt im Viertel. Der vertraglich zugesicherte Ausgleich – der Rückbau eines alten Betriebshofs zur Vergrößerung der Grünfläche – ist ein entscheidender grüner Erfolg in diesem Projektvorhaben.
Verwurzelt in Horn, trage ich die Verantwortung für ganz Mitte. Politik muss die Lebensgrundlagen schützen, damit die Menschen vor Ort direkt von den getroffenen Entscheidungen profitieren.
Parks, Klimaschutz und Natur in Hamburg-Horn: Natur, Parks und Klimaanpassung in Hamburg-Horn · Klimaanpassung Hamburg-Horn
Meine politische Arbeit für Stadtnatur und Grünflächen: Stadtnatur & Grünflächen →
Häufige Fragen
- Woher stammt der steinerne Löwe im Blohms Park?
- Der gusseiserne Löwe bewachte ursprünglich ab 1874 die Freitreppe des Ohlendorff'schen Palais im benachbarten Hamburg-Hamm. Nach der völligen Zerstörung des Gebäudes durch Luftangriffe im Juli 1943 wurde die Skulptur gerettet und fand nach einem Zwischenstopp im Hammer Park in den 1960er Jahren ihren heutigen Platz neben der alten Eiche im Blohms Park.
- Darf man im Horner Moor noch baden?
- Nein. Die historische Badeanstalt, die in den 1920er Jahren in der Spitze über 220.000 Besucher:innen jährlich anzog, wurde aufgrund der wachsenden Konkurrenz durch moderne Erlebnisbäder nach der Saison 1980 endgültig geschlossen. Der See ist heute das Zentrum eines geschützten Biotops und dient ausschließlich der Naturbeobachtung.
- Welche seltenen Tierarten leben im Horner Moor?
- Das Gebiet bietet durch seine anmoorigen Böden Lebensraum für zahlreiche bedrohte Arten. Bei tierökologischen Gutachten wurden unter anderem der streng geschützte Moorfrosch (Rana arvalis), Erdkröten, Teichmolche sowie Vogelarten wie der Eisvogel (Alcedo atthis), Sperber, Grünspechte und der Fitis nachgewiesen.
- Ist der Blohms Park barrierefrei zugänglich?
- Die breiten Hauptwege im Blohms Park sind gut befestigt und für Rollstühle sowie Kinderwagen grundsätzlich geeignet. Da der Park am steilen Geesthang liegt, weisen einige Waldwege an den Rändern ein deutliches Gefälle auf. Eine kontinuierliche Verbesserung der Wegeinfrastruktur, auch im Rahmen des Umbaus zum Gesundheitszentrum, wird politisch begleitet.
- Was ist das 'Haus im Blohms Park'?
- Das ehemalige Jugend-Europa-Haus aus den 1950er Jahren – erbaut auf den Ruinen einer klassizistischen Villa – wird im Rahmen des Bebauungsplans Horn 49 zu einem modernen Gesundheitszentrum umgebaut. Geplant sind eine Praxis ohne Grenzen für Nicht-Krankenversicherte, eine Hebammenpraxis sowie ein offenes Café mit Terrassen für die Nachbarschaft.
Quellen
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Deine Ansprechpartnerin
Ich bin Stephanie Wittern –
deine Grünenpolitikerin für Hamburg-Mitte.
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