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Luftbild Horner Geest Hamburg-Horn – Grüner Loop und Freiflächenplanung im Rahmen der Stadtentwicklung 2040

Stadtentwicklung und Wohnen in Hamburg-Horn

Wie verändert sich Hamburg-Horn? RISE-Bilanz, Horner Aufschwung, neue Wohnungen und der Rahmenplan 2040 – alles Wichtige kompakt erklärt.

Aktualisiert: Geprüft: ca. 12 Min. Lesezeit Lesezeit

Ich lebe und arbeite in Horn – und ich erlebe täglich, wie sehr sich dieser Stadtteil verändert. Neue Gebäude wachsen in die Höhe, Spielanlagen werden umgebaut, Straßen aufgerissen. Das ist manchmal anstrengend. Aber hinter all dem steckt eine echte Chance: Die Stadtentwicklung Hamburg-Horn kann zeigen, wie nachhaltige, sozial gerechte Stadtentwicklung für alle Menschen funktioniert – nicht trotz, sondern gerade wegen des Drucks auf den Wohnungsmarkt.

Luftbild von Hamburg-Horn mit Blick auf die Horner Geest im Architekturmodellstil – Stadtentwicklung und Wohnungsbau im Wandel

Stadtentwicklung Hamburg-Horn: Transformation zwischen Dichte und Lebensqualität

Hamburg-Horn befindet sich im Jahr 2026 an einem entscheidenden städtebaulichen Wendepunkt. Wer heute durch die Straßen der Horner Geest oder entlang des Audorfrings spaziert, wird Zeuge eines umfangreichen Transformationsprozesses. Das Quartier steht exemplarisch für das zentrale Dilemma moderner Großstädte: Wie lässt sich der dringende Bedarf an bezahlbarem Wohnraum decken, ohne wertvolle Grünflächen zu versiegeln – und wie kann gleichzeitig der soziale Zusammenhalt in einer gewachsenen Nachbarschaft gestärkt werden?

Die Antworten zeigen sich im Hamburger Osten durch eine Kombination aus Förderprogrammen, durchdachter architektonischer Nachverdichtung und einer umfassenden Beteiligung der Bevölkerung. In diesem Guide beleuchten wir die entscheidenden Meilensteine der Horner Stadtentwicklung: von der Bilanz der 20-jährigen RISE-Förderung über das Bundesmodellvorhaben „Mitte Machen” bis hin zur innovativen Holzmodulbauweise bei aktuellen Wohnungsbauprojekten.

Alle Fakten, Hintergründe und Perspektiven – für alle Anwohner:innen in Hamburg-Horn, die wissen wollen, was gerade in ihrem Stadtteil passiert. Einen allgemeinen Überblick über Horn findest du im Hamburg-Horn-Überblick-Guide.

20 Jahre RISE-Förderung: Eine Bilanz für Billstedt-Horn

Das Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE) – kurz: ein staatliches Programm zur gezielten Aufwertung benachteiligter Stadtteile – hat den Hamburger Osten in den vergangenen zwei Jahrzehnten tiefgreifend geprägt. Als das Programm 2005 und 2006 startete, handelte es sich beim „Entwicklungsraum Billstedt/Horn” um das bundesweit größte Stadtteilentwicklungsgebiet. Auf einer Fläche von rund 2.200 Hektar lebten im Lauf der Jahre bis zu 113.000 Menschen – eine hochkomplexe Ausgangslage.

Ende 2025 endete die offizielle Hauptförderphase. Die Bilanz macht deutlich: Stadtentwicklung geht weit über das Gießen von Beton hinaus. Es geht um die Stärkung des sozialen Gefüges eines Quartiers.

Stadtteilhaus Horner Freiheit Hamburg-Horn – zentraler Begegnungsort und Ergebnis der RISE-Förderung im Architekturmodellstil

Was hat RISE in Horn konkret bewirkt?

Über den gesamten Zeitraum flossen insgesamt rund 59 Millionen Euro an Fördermitteln in die Quartiere Billstedt und Horn. Diese Investitionen lösten zusätzlich private Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe aus – vor allem durch Wohnungsbaugesellschaften.

FinanzierungsquelleInvestitionssumme (ca.)Bedeutung für das Quartier
RISE-Mittel (Kernförderung)24,6 Millionen EuroDirekte städtebauliche und soziale Quartiersaufwertung
Hamburger Landesmittel (Fachmittel)23,4 Millionen EuroInvestitionen in Infrastruktur und Verkehr
Private Mittel und Stiftungen7,0 Millionen EuroKofinanzierung lokaler Initiativen und Bauprojekte
EU-Strukturfonds (ESF)4,0 Millionen EuroSchwerpunkt Arbeitsmarktintegration und Qualifizierung

Mit diesen Mitteln wurden über 380 Einzelprojekte umgesetzt. Zu den bekanntesten Ergebnissen in Horn zählen das Stadtteilhaus „Horner Freiheit” als zentraler Begegnungsort sowie das modernisierte Billstedter-Hein-Klink-Stadion mit einem innovativen Entwässerungskonzept.

Die Nachsorgephase (2026–2028): Das „Haus im Blohms Park”

Obwohl die Kernlaufzeit beendet ist, wird das Quartier nicht sich selbst überlassen. Eine definierte Nachsorgephase sichert bis Ende 2028 den Abschluss verbleibender Großprojekte. Dafür stehen nochmals 14 Millionen Euro zur Verfügung, davon 7 Millionen Euro aus RISE.

Das Leuchtturmprojekt dieser Phase in Horn ist das „Haus im Blohms Park”. In dem historischen Park entsteht durch einen Um- und Teilneubau ein modernes „Haus für Gesundheit”, das auf die demografischen Bedürfnisse des Stadtteils zugeschnitten ist. Das Gesamtbudget beträgt 12,8 Millionen Euro (inklusive 6,45 Millionen Euro RISE-Förderung), die Bruttogeschossfläche umfasst 2.160 Quadratmeter. Das Zentrum bündelt künftig niedrigschwellige, präventive Gesundheitsangebote – darunter die Hebammenpraxis „Haus für Geburt und Gesundheit” sowie die „Praxis ohne Grenzen Hamburg e.V.”. Medizinische Versorgung für alle Anwohner:innen, unabhängig von Herkunft oder Einkommen: Das ist der Anspruch. Die bauliche Fertigstellung ist für April 2028 geplant (aktuell im Übergang von der Planungs- zur Ausführungsphase).

Der Verfügungsfonds: Demokratie vor der Haustür

Neben den großen Infrastrukturprojekten gab es auch ein Instrument für die kleinen Dinge – und die sind oft die wirkungsvollsten. Der RISE-Verfügungsfonds ermöglichte es Bürger:innen, Vereinen und lokalen Initiativen, unkompliziert Gelder für Nachbarschaftsprojekte abzurufen.

Dieses Instrument hat über die Jahre eine beeindruckende soziale Wirkung entfaltet. Es ermächtigte die Menschen in Horn, selbst als Stadtgestalter:innen aufzutreten. Ein paar Beispiele aus den Jahren:

ProjektjahrProjektnameWas entstand
2006Gemeinsam schmeckt’s besserSeniorentreffen des AWO mit gemeinsamen Mahlzeiten – gegen Altersisolation
2009Spiel- und FreizeitspaßNeue Aufenthaltsqualitäten im Von-Dratelnschen Park in Horn
2012Mitmach-AutorenlesungLeseförderung für Kinder, u. a. in der Bücherhalle Horn
2013Urban Art mit AussageIdentitätsstiftendes Graffiti am Öjendorfer Weg: „Wir sind Billstedt”
2013Multitalent fürs SoundHouseTablet-PCs und Musik-Software für eine wichtige Jugendmusik-Anlaufstelle

Diese Mikromaßnahmen zeigen etwas Wichtiges: Physische Räume werden erst dann zu echten Nachbarschaften, wenn sie von den Menschen dort mit Leben bespielt werden.

Modellvorhaben „Mitte Machen”: Der Horner Aufschwung

Während die RISE-Förderung ausläuft, entfaltet ein weiteres städtebauliches Großprojekt seine Wirkung: das Bundesmodellvorhaben „Mitte machen – Sport, Bewegung und soziale Infrastruktur im Hamburger Osten”. Der Bund fördert das Vorhaben mit 69,3 Millionen Euro, Hamburg kofinanziert in gleicher Höhe. Das Gesamtvolumen von knapp 140 Millionen Euro zielt darauf ab, die soziale und sportliche Infrastruktur in den Stadtteilen Horn, Hamm und Billstedt auf ein neues, zukunftsfähiges Niveau zu heben.

Das Quartierszentrum an der Legienstraße

Das strategische Herzstück in unserem Stadtteil ist der sogenannte „Horner Aufschwung”. Anstatt soziale Einrichtungen, Jugendhilfe und Sportangebote isoliert voneinander zu betreiben, verfolgt das Projekt an der Legienstraße und am Querkamp einen anderen Ansatz: radikale Bündelung.

Es entsteht ein interdisziplinäres Quartierszentrum, das Synergien zwischen Gesundheitsprävention, Sozialberatung und Freiraumgestaltung maximiert. Solche multifunktionalen Orte sind entscheidend, um Hemmschwellen abzubauen. Eine Familie, die das Zentrum für ein sportliches Angebot besucht, findet im selben Gebäude niedrigschwelligen Zugang zu Beratungsstellen. Die Zertifizierungsziele orientieren sich am BNB-Silber-Standard für nachhaltiges Bauen – der ökologische Anspruch ist also direkt in der Planung verankert.

Baustelle Quartierszentrums Horner Aufschwung Legienstraße Hamburg-Horn – Neubau des multifunktionalen Gemeinschaftszentrums im Architekturmodellstil

Leuchtturm Snitgerreihe: Klimaresilienz durch die Schwammstadt

Wie moderne Stadtentwicklung konkret in der Praxis aussieht, zeigt die Modernisierung der Sportfreianlage Snitgerreihe nahe der Stadtteilschule Horn. Für rund 6,3 Millionen Euro – je zur Hälfte getragen von Bund und Stadt – entsteht hier weit mehr als ein neuer Bolzplatz.

Das Spielfeld erhält einen umweltfreundlichen Kunstrasen, unter dem eine innovative, rohrlose Versickerungsanlage eingebaut wird. Dieses Prinzip der „Schwammstadt” (auf Englisch: Sponge City) ist eine direkte Antwort auf die zunehmenden Starkregenereignisse durch den Klimawandel. Das Regenwasser wird nicht sofort in die überlastete Kanalisation geleitet, sondern im Untergrund gespeichert und zeitverzögert ans Erdreich abgegeben – wie ein Schwamm. Mehr zu diesem Ansatz der klimaresilienten Stadtgestaltung findest du im Guide zu Natur, Parks und Klimaanpassung in Hamburg-Horn.

Zusätzlich entstehen an der Snitgerreihe barrierefreie Wegeverbindungen zur benachbarten Inklusionshalle, ein neues Sportfunktionsgebäude sowie offene Kleinspielfelder auf dem Schulhof. Schulsport, Vereinstraining und informelle Freizeitnutzung durch die Nachbarschaft verschmelzen organisch.

Rahmenplan „Horner Geest 2040”: Städtebauliche Vision mit Bürgerbeteiligung

Wie soll der Hamburger Osten in zwei Jahrzehnten aussehen? Diese Frage beantwortet der Rahmenplan „Horner Geest 2040”. Dieses strategische Leitdokument definiert die städtebaulichen Spielregeln für die kommenden Jahre und setzt auf die behutsame Transformation der Nachkriegssiedlungen.

Die Horner Geest ist stark durch Zeilenbebauungen der 1950er- und 1960er-Jahre geprägt. Der Rahmenplan zielt nicht auf radikalen Abriss, sondern auf qualitätsvolle Ergänzung. Die zentralen Leitlinien umfassen:

  • die Aufwertung des Zentrums Horner Geest
  • die Schaffung des sogenannten „Grünen Loops” – einer durchgehenden, verkehrsberuhigten Wegeverbindung für Fußgänger:innen und Radfahrer:innen
  • die Neustrukturierung des Bereichs Audorfring/Kroogblöcke

Grüner Loop Hamburg-Horn – Teilbereich des blau-grünen Wegeverbunds im Architekturmodellstil, neue Fuß- und Radwegverbindung in der Horner Geest

Fokus Audorfring: Das LeNa-Hochhaus

Im Quartier Audorfring und den angrenzenden Kroogblöcken zeigt sich der Paradigmenwechsel der Stadtplanung besonders deutlich. Anstatt ausschließlich auf Neubau zu setzen, wurde mit dem Projekt „LeNa” (Lebendige Nachbarschaft) erstmals ein bestehendes 13-geschossiges Hochhaus am Audorfring umfassend modernisiert und sozial neu programmiert.

Das Gebäude fungiert heute als vertikaler Quartiersplatz. In den unteren Ebenen wurden Nahversorgungsangebote und soziale Nutzungen etabliert, die als Treffpunkt für die Nachbarschaft dienen. Angebote wie offene Freizeitgruppen, Kreativkurse und interkulturelles Kochen („Nachbarn kochen für Nachbarn”) verwandeln die einst anonyme Architektur in einen lebendigen sozialen Raum.

Wie die Bevölkerung den Rahmenplan mitgestaltet hat

Ein Masterplan, der am Reißbrett entsteht und die Lebensrealität der Menschen vor Ort ignoriert, ist zum Scheitern verurteilt. Der Rahmenplan Horner Geest 2040 zeichnet sich durch ein mehrstufiges Beteiligungsverfahren aus, das zwischen Juni 2022 und Frühjahr 2023 stattfand. Der Rahmenplan ist inzwischen offiziell verabschiedet – die umfangreichen Öffentlichkeitsbeteiligungen sind abgeschlossen, der Fokus liegt nun auf der Umsetzung. Für einzelne Baufelder (z. B. rund um die neue U4-Haltestelle Horner Geest) finden im Rahmen der formellen Bauleitplanung weiterhin gesetzlich vorgeschriebene öffentliche Auslegungen statt (gemäß § 3 BauGB).

Format der BeteiligungZeitraumZielsetzung
ZufallsbegegnungenFrühjahr 2022Niederschwellige Gespräche an belebten Orten – auch für planungsferne Milieus
AuftaktveranstaltungJuni 2022Offizielle Vorstellung des Planungsteams in der Brüder-Grimm-Schule, erste Ideensammlung
Rundgänge und RundtourenJuli 2022Gemeinsame Ortsbegehungen zum „Grünen Loop” – Mängel direkt vor Ort dokumentiert
Planungsbüro vor OrtWinter 2022/2023Offenes Büro im i-Punkt Horner Geest – Bürger:innen konnten Entwürfe direkt diskutieren

Die Ergebnisse dieser Beteiligung flossen direkt in den Rahmenplan ein. Forderungen nach besserer Fußwegeverbindung, mehr seniorengerechten Grünflächen und dem Erhalt des Baumbestands wurden als bindende Vorgaben für künftige Bauträger verankert.

Nachverdichtung mit Augenmaß: 142 neue Wohnungen am Dahrendorfweg

Der Druck auf den Hamburger Wohnungsmarkt ist enorm. Die Antwort darf aber nicht in der weiteren Zersiedelung von Grünflächen an Stadträndern bestehen. Die Alternative heißt: Nachverdichtung im urbanen Bestand – wenn sie architektonisch klug und sozial verträglich umgesetzt wird.

Ein herausragendes Pilotprojekt für diese Herangehensweise hat die städtische Wohnungsbaugesellschaft SAGA im Quartier Horner Geest realisiert. An den Standorten Dahrendorfweg und Everlingweg wurden im Rahmen des Konzepts „Zukunftsbild Horner Geest 2030” sechs bestehende, dreigeschossige Mehrfamilienhäuser grundlegend aufgewertet. Das im Januar 2026 abgeschlossene Projekt umfasste zweigeschossige Aufstockungen der Bestandsbauten sowie die Errichtung fünfgeschossiger Kopfbauten. So entstanden 142 neue, dringend benötigte Wohnungen.

Fertiggestellte Holzmodul-Aufstockungen Dahrendorfweg Hamburg-Horn – 142 neue öffentlich geförderte SAGA-Wohnungen in nachhaltiger Holzbauweise

Holzmodulbauweise: Was steckt dahinter?

Das Alleinstellungsmerkmal dieses Projekts ist die Baumethode: Die SAGA setzte auf eine hochmoderne Holzmodulbauweise des Anbieters LiWood. Anstatt die Baustelle über Jahre mit Lärm und Schmutz durch klassische Mauerarbeiten zu belasten, wurden die Wohnungen industriell vorgefertigt.

Die Raummodule wurden in einer mobilen Fertigungsanlage nahe Boizenburg produziert. Jede Wohnung besteht aus zwei bis vier solcher Module, von denen jedes rund 15 Tonnen wiegt. Diese Holzbausteine wurden per Schwerlasttransport angeliefert und mit einem Autokran präzise auf die Dächer der Altbauten gestapelt – gefeiert mit einer symbolischen „Stapelfete”.

Die Vorteile dieser Bauweise sind weitreichend:

  1. Schutz der Bestandsmieter:innen: Da die Bauzeit vor Ort drastisch verkürzt wurde und kein Abriss stattfand, konnten die Bewohner:innen der bestehenden 140 Wohnungen während der gesamten Maßnahme in ihren Zuhause bleiben. Eine soziale Entwurzelung wurde verhindert.
  2. Klimaschutz und Ressourcenschonung: Das verbaute Holz bindet langfristig große Mengen CO₂. Zudem wurde die sogenannte „Graue Energie” – also die Energie, die bereits in Fundamenten und Mauern der Altbauten steckt – erhalten. Die alten Fundamente wurden durch Epoxidharz-Injektionen verstärkt statt abgerissen. Der Neubau erfüllt den strengen KfW-55-Energiestandard.
  3. Echte Bezahlbarkeit: Die 142 neuen Einheiten – Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen – wurden durchweg im 1. Förderweg realisiert. Die anfängliche Nettokaltmiete: 7,10 Euro pro Quadratmeter. Das ist kein Luxuswohnen, das ist echter bezahlbarer Wohnraum.
  4. Mobilitätswende mitgedacht: Parallel entstanden 229 neue, überwiegend überdachte Fahrradstellplätze. Mehr über die Mobilitätsentwicklung in Horn erfährst du im Verkehrs-Guide für Hamburg-Horn.

Verkehrsinfrastruktur: Die U4-Verlängerung als Lebensader

Eine wachsende Bevölkerung braucht zwingend einen leistungsfähigen öffentlichen Nahverkehr. Das bestimmende Infrastrukturprojekt für Horn ist die Verlängerung der U-Bahn-Linie U4 in die Horner Geest. Dieses Projekt ist ein entscheidender Hebel, um den Autoverkehr im Bezirk zu reduzieren und die Mobilitätswende lokal voranzutreiben.

Mit den im Bau befindlichen neuen Stationen „Stoltenstraße” und „Horner Geest” werden Quartiere, die bisher nur durch Buslinien erschlossen waren, direkt ans Hamburger Schnellbahnnetz angeschlossen. Die Bauarbeiten liegen im Plan – die Inbetriebnahme beider Stationen ist für Herbst 2027 geplant. Nachdem technische Herausforderungen im Untergrund im Jahr 2024 zu einer sechsmonatigen Verzögerung geführt hatten, wurden die Bauabläufe erfolgreich angepasst.

Baustelle U4-Station Horner Geest Hamburg-Horn – Rohbau der neuen U-Bahn-Haltestelle im Architekturmodellstil, Inbetriebnahme geplant Herbst 2027

Diese Schienenanbindung wird die Lebensqualität der Anwohner:innen spürbar erhöhen, Pendelzeiten verkürzen und die Horner Geest als Wohnstandort weiter stärken. Alle Details zur Verkehrssituation findest du im Verkehrs-Guide für Hamburg-Horn.

Meine politische Einordnung

Als Bezirksabgeordnete für Bündnis 90/Die Grünen in Hamburg-Mitte betrachte ich diese Entwicklungen mit einem klaren Kompass: verwurzelt in Horn, Verantwortung für ganz Mitte.

Im KUS-Ausschuss – dem Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Stadtnatur – setze ich mich konsequent dafür ein, dass Schlagworte wie Klimaresilienz und Nachhaltigkeit keine leeren Floskeln bleiben. Wir Grünen fordern keine gigantischen Bürokomplexe in der Innenstadt, die nach 18 Uhr verwaist sind. Wir fordern bezahlbare Mietwohnungen und eine ernsthafte Stärkung des sozialen Wohnungsbaus.

Das SAGA-Projekt am Dahrendorfweg zeigt aus meiner Sicht: Unsere Forderungen sind umsetzbar. Wir können durch intelligente Nachverdichtung in Holzmodulbauweise neuen Wohnraum schaffen – ohne auch nur einen Quadratmeter Grünfläche zu versiegeln und ohne die angestammte Nachbarschaft zu verdrängen.

Gleichzeitig müssen wir den Straßenraum neu aufteilen. Echte Lebensqualität in Horn bedeutet für mich sichere Fuß- und Radwege, den Ausbau des „Grünen Loops” und Investitionen in den ÖPNV wie den zügigen Abschluss der U4-Verlängerung.

Stadtentwicklung darf nicht über die Köpfe der Menschen hinweg geschehen. Die intensive Bürgerbeteiligung beim Rahmenplan 2040 muss der Standard für alle künftigen Großprojekte im Bezirk werden. Das ist kein bürokratisches Nice-to-have – das ist die Grundvoraussetzung dafür, dass Entwicklung langfristig akzeptiert wird und wirklich den Menschen dient, die hier leben. Mehr zu meinen politischen Schwerpunkten Klimaschutz, Wohnen und Stadtnatur findest du auf der Themen-Übersichtsseite.

Was kommt als Nächstes?

Hamburg-Horn entwickelt sich – und das ist gut so. Die großen Vorhaben, die hier beschrieben sind, werden in den kommenden Jahren ihre volle Wirkung entfalten: 142 neue bezahlbare Wohnungen, ein neues Quartierszentrum mit Sport und sozialer Beratung unter einem Dach, ein modernisierter Park mit Gesundheitszentrum, eine klimaresistente Sportanlage und zwei neue U-Bahn-Stationen.

Das alles passiert nicht von selbst. Es braucht politischen Willen, Fördermittel – und Menschen, die mitgestalten wollen.

Hast du Fragen zur Stadtentwicklung in Horn oder eigene Ideen für deinen Stadtteil? Ich freue mich über den direkten Austausch – schreib mir über das Kontaktformular. Weitere Hintergründe findest du in meinen Guides zu Natur und Klimaanpassung in Hamburg-Horn, zum Verkehr in Hamburg-Horn, zu Familie, Bildung und Sozialem in Hamburg-Horn und zu Freizeittipps in Hamburg-Horn.

Deine Stephanie Wittern

Tiefer in die Stadtentwicklung einsteigen: Horner Aufschwung · Rahmenplan Horner Geest 2040 · RISE-Förderung Hamburg-Horn

Häufige Fragen

Wann werden die neuen U4-Stationen in der Horner Geest eröffnet?
Der Abschluss der Bauarbeiten und die Inbetriebnahme der neuen Stationen „Stoltenstraße" und „Horner Geest" sind für Herbst 2027 geplant (nach Bauverzögerungen wegen Grundwasserproblemen). Die neuen Stationen sorgen für eine direkte Schnellbahnanbindung ganzer Quartiere, die bisher nur durch Buslinien erschlossen waren.
Wie hoch ist die Miete in den neuen SAGA-Wohnungen am Dahrendorfweg?
Die 142 durch die SAGA errichteten Wohnungen (Holzmodulbauweise) sind öffentlich gefördert und wurden im 1. Förderweg realisiert. Die anfängliche Nettokaltmiete lag bei Fertigstellung im Januar 2026 bei 7,10 Euro pro Quadratmeter – das ist echter bezahlbarer Wohnraum für Singles und Familien.
Was genau ist der „Horner Aufschwung"?
Der Horner Aufschwung ist ein Teil des Bundesmodellvorhabens „Mitte Machen" (Gesamtvolumen ca. 140 Millionen Euro). An der Legienstraße und am Querkamp entsteht ein gebündeltes Quartierszentrum, das Sportstätten, Jugendhilfe und soziale Beratung unter einem modernen, barrierefreien Dach zusammenführt – inklusive der ökologisch modernisierten Sportanlage Snitgerreihe.
Was war der RISE-Verfügungsfonds und wofür konnte er genutzt werden?
Der RISE-Verfügungsfonds war ein Instrument der direkten Bürgerbeteiligung: Bürger:innen, Vereine und lokale Initiativen konnten unkompliziert Gelder für kleinere Nachbarschaftsprojekte abrufen. Gefördert wurden zum Beispiel interkulturelle Kochrunden für Senior:innen, Autorenlesungen für Kinder, Musik-Equipment für Jugendtreffs oder neue Ausstattungen für Parks.
Was ist der Rahmenplan „Horner Geest 2040"?
Der Rahmenplan Horner Geest 2040 ist das städtebauliche Leitdokument für die Entwicklung der Horner Geest in den kommenden Jahrzehnten. Er setzt auf behutsame Ergänzung statt Abriss, schafft den „Grünen Loop" als Wegeverbindung für Fußgänger:innen und Radfahrer:innen und entstand unter intensiver Beteiligung der Bevölkerung zwischen 2022 und 2023.
Was ist das Besondere an der Holzmodulbauweise beim SAGA-Projekt in Horn?
Die Wohnmodule wurden industriell vorgefertigt und per Schwerlasttransport angeliefert, sodass die Bauzeit vor Ort drastisch verkürzt wurde. Bestandsmieter:innen konnten während der gesamten Bauphase in ihren Wohnungen bleiben. Das Holz bindet langfristig CO₂, die Altbausubstanz wurde erhalten (keine Abrissenergie verschwendet), und die neuen Einheiten erfüllen den KfW-55-Energiestandard.

Quellen

Deine Ansprechpartnerin

Ich bin Stephanie Wittern –
deine Grünenpolitikerin für Hamburg-Mitte.

Fragen zu diesem Thema oder zu Bezirkspolitik in Hamburg-Mitte? Ich freue mich über deine Nachricht und stehe für Rückfragen gern zur Verfügung.