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Horner Aufschwung Hamburg-Horn – Legienstraße mit Blick auf die Quartiersentwicklung

Horner Aufschwung und Mitte machen: Neue Quartierszentren für Hamburg-Horn

Wie das Bundesprogramm Mitte machen Horn aufwertet: Quartierszentrum Horner Aufschwung, Sportanlage Snitgerreihe und DOCK 41 im Überblick.

Aktualisiert: ca. 8 Min. Lesezeit Lesezeit

Horn bekommt neue Orte, an denen Nachbarschaft wirklich stattfindet. Drei Großprojekte des Bundesprogramms „Mitte machen” verändern gerade die soziale und sportliche Infrastruktur in meinem Heimatstadtteil grundlegend: das Quartierszentrum Horner Aufschwung am Querkamp, der Schul- und Bewegungscampus Snitgerreihe und das DOCK 41 am Tribünenweg. Alle drei entstehen nicht am Reißbrett der Verwaltung, sondern aus konkreten Bedarfen, die die Menschen im Stadtteil selbst formuliert haben. Ich finde das bemerkenswert – und erzähle hier, was hinter diesen Projekten steckt, was konkret gebaut wird und was das für Horn bedeutet.

Mehr Hintergründe zum Stadtteil selbst gibt es im Hamburg-Horn-Überblick.

Was ist „Mitte machen”?

Das Bundesprogramm „Mitte machen” ist ein Modellvorhaben zur Weiterentwicklung der Städtebauförderung, das vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) initiiert wurde. Der Hamburger Osten – ein Drittel der Fläche von Hamburg-Mitte mit über 170.000 Menschen – ist einer der Standorte, an denen dieses Programm bundesweit erprobt wird.

Der Leitgedanke: Sport und Bewegung als gesellschaftlicher Kitt, verknüpft mit sozialer Infrastruktur. Nicht Sporthallenbauten für Vereinssport, sondern multifunktionale Orte, die allen offen stehen.

Die Zahlen hinter dem Programm

FinanzierungsquelleVolumen
Bund (BMWSB)67,01 Mio. €
Stadt Hamburg69,30 Mio. €
Lokale Zusatzmittel4,50 Mio. €
Gesamtbudget~140,81 Mio. €

Das Programm läuft im Kernzeitraum von 2019 bis 2026. Wichtig: Die geförderten Gebäude unterliegen einer Zweckbindung von zehn Jahren (Sanierungen) beziehungsweise 20 Jahren (Neubauten). Die neuen Räume können also nicht einfach privatisiert oder anderweitig genutzt werden – das schützt den öffentlichen Charakter langfristig.

Insgesamt wurden zwölf Bauprojekte im Hamburger Osten aus dem Programm gefördert. Drei davon entstehen direkt in Horn.

Wie die Projekte entstanden: Bürger:innen haben mitentschieden

Bevor ein einziger Grundstein gelegt wurde, fragte die Stadt: Was braucht ihr wirklich? Das mehrstufige Beteiligungsverfahren „Deine Geest” lud Bürger:innen ein, eigene Projektideen für den zehn Kilometer langen Grünzug von Hauptbahnhof bis Öjendorfer See einzureichen – mit einer Million Euro zur Umsetzung.

Für Horn selbst gab es 2018 und 2019 das Verfahren „Mitte machen – soziales Horn”, beschlossen von der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte. Die Stadtteilkonferenz Horn koordinierte den Prozess. Die Ergebnisse waren eindeutig: Die Menschen wollten multifunktionale Räume ohne Barrieren, eine bessere Verbindung von Jugend- und Seniorenarbeit, und sie wollten endlich Schluss mit dem Sanierungsstau in den bestehenden Einrichtungen.

Ergänzend flossen 2,1 Millionen Euro aus dem RISE-Förderprogramm in Schwerpunktgebiete wie den Schiffbeker Berg.

Aus diesem Prozess entstanden die drei Leuchtturmprojekte für Horn.

Horner Aufschwung: Das neue Quartierszentrum am Querkamp

Das Herzstück der ganzen Entwicklung ist der Horner Aufschwung Hamburg Horn am Querkamp – direkt neben der Brüder-Grimm-Schule, unweit des zukünftigen U-Bahnhofs Stoltenstraße (Eröffnung Ende 2027, mehr zur U4-Verlängerung).

Was entsteht hier?

Vier Einrichtungen, die bisher verstreut und in maroden Gebäuden untergebracht waren, ziehen unter ein gemeinsames Dach:

  1. Elternschule Horner Geest
  2. Jugendtreff Horn
  3. Spielhaus Speckenreye
  4. Haus der Jugend Manshardtstraße

Das klingt nach Verwaltungseffizienz, ist aber viel mehr. Wenn Elternberatung, Jugendarbeit und Straßensozialarbeit an einem Ort stattfinden, entstehen Verbindungen, die vorher nicht möglich waren. Ein Jugendlicher, der seinen Jugendtreff betritt, trifft hier auch auf die Fachkraft der Elternschule, die gerade mit seiner Mutter arbeitet. Soziale Arbeit wirkt dann, wenn sie Lebenswirklichkeit abbildet – nicht wenn sie in separaten Containern stattfindet.

Das Gebäude: Nachhaltig und offen

Den Architekturwettbewerb gewann im Juli 2022 das Büro Gerber Architekten aus Dortmund. Der Entwurf setzt auf eine Scheunen-Ästhetik – kein nostalgisches Motiv, sondern eine funktionale Entscheidung: große Öffnungen zur umgebenden Grünfläche, ein umlaufender Laubengang als Schutzraum im Freien, ein Holzskelett, das sichtbar bleibt.

Der zweigeschossige Bau mit rund 1.800 Quadratmetern Bruttogrundfläche wird als Holz-Hybrid-Bau errichtet – schadstoffarme Materialien, Photovoltaik auf allen Dachflächen, Dachbegrünung. Das Gebäude ist Hamburgs erstes öffentliches Pilotprojekt für das Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB), das die Stadt ab Februar 2025 für neue öffentliche Gebäude verbindlich einführt.

Der Baukörper wurde so auf dem Grundstück positioniert, dass der vorhandene Baumbestand fast vollständig erhalten bleibt.

Zeitplan Horner Aufschwung

MeilensteinDatum
Architekturwettbewerb (Sieger: Gerber Architekten)Juli 2022
Abschluss GenehmigungsplanungMai 2025
Voraussichtlicher BaubeginnSommer 2026
Voraussichtliche Fertigstellung1. Halbjahr 2028

Die Gesamtkosten wurden in der frühen Planungsphase mit rund 6,9 Millionen Euro kalkuliert. Da die Hamburger Baukosten seit 2022 stark gestiegen sind und eine bundeseinheitliche Neukalkulation nach PLAKODA-Richtwerten (aktuell ca. 4.600 Euro/m² für Neubauten) notwendig wurde, sind aktualisierte Zahlen erst nach finaler Bewilligung der Einzeltranchen öffentlich verfügbar.

Sportanlage Snitgerreihe: Schon in Betrieb

Während der Horner Aufschwung noch gebaut wird, ist an der Sportanlage Snitgerreihe in Horn-West bereits vieles fertig. Und das Projekt hat eine Besonderheit: Es war das erste fertiggestellte Projekt des gesamten Bundesprogramms in Deutschland.

Der erste Spatenstich im September 2022 markierte den offiziellen Startschuss für alle Mitte-machen-Maßnahmen im Hamburger Osten. Im Juli 2023 – also weniger als ein Jahr später – wurde das neue Großspielfeld an Vereine und Schulen übergeben.

Was wurde bereits gebaut?

Die Grundidee ist einfach und wirkungsvoll: Die städtische Sportanlage und der Schulhof der benachbarten Stadtteilschule Horn wachsen zusammen. Außerhalb der Schulzeiten steht der gesamte Campus allen offen.

Fertiggestellt im ersten Bauabschnitt (bis September 2024):

  • Großspielfeld (seit Juli 2023 in Nutzung)
  • Barrierefreies Sportfunktionsgebäude (ca. 180 m² BGF) mit drei Umkleideräumen, Duschen, Schiedsrichterraum und öffentlichen Unisex-WCs – und einer in die Fassade integrierten Boulderwand
  • Zwei Kleinspielfelder (Streetball und Multifunktion)
  • Calisthenics-Anlage für kostenloses Training im Freien
  • Zwei barrierefreie Wegeverbindungen zwischen Sport- und Schulgelände

Unter dem Kunstrasenfeld liegt eine rohrlose Regenwasserversickerungsanlage – eine der innovativsten Klimaschutzmaßnahmen im ganzen Programm. Das Wasser versickert direkt im Boden, entlastet die Kanalisation bei Starkregen und speist das lokale Grundwasser. Beim Bau wurde außerdem das Kreislaufwirtschaftsgesetz vorbildlich umgesetzt: vorhandene Baustoffe wurden direkt vor Ort recycelt und wiederverwendet.

Das ist genau das, was ich unter Klimaschutz verstehe: kein Prestigeobjekt, sondern eine Lösung, die den Stadtteil gegen die Folgen des Klimawandels wappnet. Mehr zum Thema Rahmenplan Horner Geest 2040.

Bauabschnitt 2: Die Freilufthalle

Ursprünglich war ein massives Multifunktionsgebäude geplant. Als sich 2022 kein privater Betreiber fand, wurde flexibel umgeplant: Statt eines geschlossenen Gebäudes entsteht eine Freilufthalle – ein überdachtes Spielfeld mit Textilmembrandach, das an den Seiten offen bleibt. Schutz vor Regen und Sonne, aber echtes Freiluftgefühl. Die Halle soll auch für Stadtteilfeste und Kulturveranstaltungen genutzt werden können.

Auf dem Hallendach installiert die BürgerEnergie Nord eG eine Photovoltaikanlage mit rund 100 kWp.

Zeitplan Snitgerreihe

MeilensteinDatum
Erster SpatenstichSeptember 2022
Übergabe GroßspielfeldJuli 2023
Fertigstellung SportfunktionsgebäudeMai 2024
Eröffnung Sportfunktionsgebäude (inkl. Boulderwand)September 2024
Freilufthalle Fertigstellunggeplant im Rahmen Gesamt-Campus Sommer 2026
Geplante Gesamtfertigstellung CampusSommer 2026

DOCK 41: Soziale Infrastruktur am Tribünenweg

Das dritte Projekt ist eine direkte Reaktion auf eine konkrete Verdrängung im Stadtteil. Das alte Spielhaus an der Galopprennbahn musste weichen – strukturelle Mängel, schlechte Erreichbarkeit, und der Ausbau der Rennbahn zur Doppelanlage machten den alten Standort unmöglich.

Der Ersatz, das DOCK 41 am Tribünenweg, wird ein modernes Quartierszentrum mit rund 1.500 Quadratmetern. Kernnutzer sind:

  • Horn/Hamm TV – der traditionsreiche Sportverein
  • Bücherhalle Horn
  • Benachbarte Grund- und Stadtteilschule Horn

Besonders wichtig finde ich eine Entscheidung, die über Sport und Kultur hinausgeht: Eine Dienststelle des Allgemeinen Sozialen Dienstes (ASD) zieht ins DOCK 41 ein. Behördengänge für Familien, die Unterstützung brauchen, werden damit mitten im Stadtteil möglich – ohne lange Anfahrt, ohne Warteraum in einem anonymen Verwaltungsgebäude. Das baut echte Hürden ab.

Die ursprüngliche Kostenschätzung lag bei rund 6,41 Millionen Euro. Aufgrund von Personalwechseln beim Träger GMH hat sich die Fertigstellung auf Ende 2027 verschoben. Die Kostenkalkulation wurde auf Basis der bundeseinheitlichen PLAKODA-Datenbank neu berechnet; aktualisierte Gesamtkosten werden nach finaler Tranchenbewilligung veröffentlicht.

Die Bolzplatz-Offensive im ganzen Bezirk

Neben den drei großen Projekten in Horn profitiert der Stadtteil von einer weiteren, kleinteiligen Maßnahme: Im gesamten Programmgebiet (Billstedt, Hamm, Horn, Rothenburgsort) werden zwölf stark genutzte Bolzplätze modernisiert.

Alte, verletzungsanfällige Asphaltflächen weichen gelenkschonenden, lärmmindernden Belägen. Aber die Plätze werden nicht nur technisch erneuert – durch Outdoor-Fitnessgeräte, Bänke und Tischtennisplatten entstehen Begegnungsräume für verschiedene Altersgruppen und Geschlechter. Bürger:innenbeteiligung bestimmte auch hier, was gebraucht wird.

Was das politisch bedeutet

Diese Projekte zeigen, was möglich ist, wenn Stadtentwicklung konsequent von den Menschen her gedacht wird. Für mich als KUS-Vorsitzende ist besonders wichtig: Sozialer Aufschwung und Klimaschutz sind hier keine Gegensätze, sondern zwei Seiten derselben Medaille.

Der Horner Aufschwung wird nach dem strengsten Nachhaltigkeitsstandard gebaut, der in Hamburg möglich ist. Die Snitgerreihe hat bewiesen, dass klimaresilienter Bau im Quartier funktioniert. Das DOCK 41 verknüpft soziale Arbeit mit öffentlicher Daseinsfürsorge.

Ich werde mich weiter dafür einsetzen, dass diese Räume nach der Eröffnung nicht nur schöne Gebäude sind, sondern dauerhaft das Leben bekommen, das sie verdienen. Das bedeutet: verlässliche Finanzierung der Träger, lebendige Beteiligung der Nachbarschaft, und politischen Druck, wenn beides nicht ausreicht.

Mehr über meine Arbeit zu Stadtteil und Klimaschutz: Themenübersicht zum Stadtteil Horner Freiheit und Spielplatz-Guide Hamburg-Horn.

Stadtentwicklung und Wohnungsprojekte im Überblick: Stadtentwicklung und Wohnen in Hamburg-Horn

Meine politische Haltung zu sozialer Gerechtigkeit und Stadtentwicklung: Soziale Gerechtigkeit →

Häufige Fragen

Was ist der Horner Aufschwung und wo entsteht er?
Der Horner Aufschwung ist ein neues Quartierszentrum am Querkamp in Hamburg-Horn, direkt neben der Brüder-Grimm-Schule. Es bündelt vier Einrichtungen unter einem Dach: die Elternschule Horner Geest, den Jugendtreff Horn, das Spielhaus Speckenreye und das Haus der Jugend Manshardtstraße. Baubeginn ist für Sommer 2026 geplant, Fertigstellung im ersten Halbjahr 2028.
Was ist das Programm Mitte machen und wer finanziert es?
Mitte machen ist ein Hamburger Modellvorhaben im Rahmen der Bundesstädtebauförderung des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB). Der Bund stellt rund 67 Millionen Euro bereit, die Stadt Hamburg verdoppelt diesen Betrag durch eine gleichhohe Kofinanzierung. Mit lokalen Zusatzmitteln beläuft sich das Gesamtvolumen auf rund 140,8 Millionen Euro. Das Programm läuft von 2019 bis 2026.
Was passiert an der Sportanlage Snitgerreihe?
Die Sportanlage Snitgerreihe in Horn-West wurde zum offenen Schul- und Bewegungscampus umgebaut. Seit Juli 2023 ist das neue Großspielfeld in Betrieb, seit September 2024 das barrierefreie Sportfunktionsgebäude mit integrierter Boulderwand. Als zweiter Bauabschnitt entsteht eine Freilufthalle mit Textilmembrandach, die auch für Stadtteilveranstaltungen nutzbar sein wird.
Was ist das DOCK 41 am Tribünenweg?
Das DOCK 41 entsteht am Tribünenweg in Horn-West als Ersatz für das alte Spielhaus an der Galopprennbahn. Auf rund 1.500 Quadratmetern werden der Sportverein Horn/Hamm TV, die Bücherhalle Horn und die benachbarte Schule als Kernnutzer einziehen. Besonders wichtig: Eine Dienststelle des Allgemeinen Sozialen Dienstes (ASD) zieht ebenfalls ein – das macht Behördengänge für Familien vor Ort einfacher. Die Fertigstellung ist aufgrund von Personalwechseln beim Träger GMH auf Ende 2027 verschoben worden.
Wie werden diese Projekte dem Klimaschutz gerecht?
Der Horner Aufschwung wird nach dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) als Holz-Hybrid-Bau errichtet – mit Photovoltaik auf dem Dach und Dachbegrünung. An der Snitgerreihe sorgt eine unterirdische, rohrlose Regenwasserversickerungsanlage für klimaresilienten Umgang mit Starkregen. Die Freilufthalle erhält ebenfalls eine Solaranlage der BürgerEnergie Nord eG.
Welche Rolle spielt die Bezirkspolitik bei diesen Projekten?
Die Grundlage für die Horn-Projekte legte ein Beschluss der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte, die das Beteiligungsverfahren Mitte machen – soziales Horn 2018/2019 in Auftrag gab. Als Vorsitzende des Ausschusses für Klimaschutz, Umwelt und Stadtnatur (KUS) begleite ich diese Entwicklung politisch und setze mich dafür ein, dass die neuen Räume dauerhaft gefördert werden – nicht nur gebaut, sondern auch bespielt.
Wann wird der neue U-Bahnhof Stoltenstraße eröffnet, der in der Nähe liegt?
Die Verlängerung der U4 zur Horner Geest, einschließlich des Bahnhofs Stoltenstraße in der Nähe des Quarterzentrums Horner Aufschwung, ist für Ende 2027 terminiert. Das Investitionsvolumen beträgt rund 450 Millionen Euro; rund 13.000 Menschen erhalten damit einen neuen Zugang zum Hamburger Schnellbahnnetz.

Quellen

Deine Ansprechpartnerin

Ich bin Stephanie Wittern –
deine Grünenpolitikerin für Hamburg-Mitte.

Fragen zu diesem Thema oder zu Bezirkspolitik in Hamburg-Mitte? Ich freue mich über deine Nachricht und stehe für Rückfragen gern zur Verfügung.